Zum anfang. Bis heute ist es für professionelle Genealogen und Heimatforscher schwierig, eine einheitliche Stammlinie der Grafen von Berg zu rekonstruieren. Es kommt zu Verwirrungen in der Benennung, da damals meist in offiziellen Dokumenten nur die für die Beurkundung erforderliche Titel genannt wurde. Da die “Berger” ihr Territorium aber stetig vergrößerten, war es schwierig festzustellen, wer denn nun wer ist.

Der Ursprung des Namens Von Berg ist kaum verwunderlich. Mann wohnte auf einem Berg. Das „von“ deutet darauf hin, dass es sich um eine deutsche Adelsfamilie handelt. In unserem Fall lässt sich leicht feststellen, wie unsere Vorfahren zu ihrem Namen kamen. Das „von“ verweist auf Deutschland. Und unser Stammbaum spielt sich im Kreis Düren ab und dort liegt die Stadt Berg, das auf einem Berg liegt.

Um 1050 wurde dort Adolf von Hövell geboren, der 1101 von Kaiser Heinrich IV. in den Grafenstand erhoben wurde und sich seitdem Graf von Berg nannte. Es ist nahezu sicher, dass dieser Adolf der Gründer unserer Familie ist. Obwohl wir später in Nordrhein-Westfalen (und weit darüber hinaus) immer mehr Adelsfamilien mit dem Namen Von Berg finden, beginnen ihre Stammbäume meist erst nach 1300, was darauf hindeutet, dass es sich um Nebenzweige der ursprünglichen Familie handelt.

Wie passt unser Stammbaum zu Adolfs? In seinem Stammbaum ist die Titelfolge der Grafschaft Berg zu sehen. Sein Sohn Adolf II. wird nächster Graf. Adolf III. wird wieder sein Nachfolger und so weiter. Ein solcher Adolf bekam weitere Kinder. Grafen wurden sie nicht, aber blieben adlige Verwandte. Auf diese Weise entstand ein Wald der Von Berg-Familien. Ahnenforscher beginnen ihre Forschung oft beim frühesten Vorfahren: Adolf I. Und allmählich verzweigt sich der Baum unserer Zeit entgegen. Als dann im Jahr 1380 die Grafschaft Berg zum Herzogtum erhoben wird, entsteht ein Problem. Wilhelm II. von Berg verzichtete auf seine Rechte am Herzogtum und teilte seinen Besitz unter seinen Kindern auf. Heiraten, Erbkriege und Verträge erschüttern den Stammbaum so sehr, dass die Zweige umherfliegen. Bei den Genealogen sollten jetzt alle Alarmglocken schrillen. Insbesondere vor dem Hintergrund der oft unzureichenden Dokumentation der Ereignisse im 14. und 15. Jahrhundert. Warum sie es ignoriert haben, bleibt unklar. Ein Kind, geboren drei Jahre nach dem Tod seines Vaters. Oder ein Adolf, der in dem einen Dokument zwanzig Jahre später stirbt als in dem anderen. Oder wenn ein Erbe „gefunden“ wird, den es nicht gab. Man muss kein Ahnenforscher sein, um zu erkennen, dass hier Unsinn erzählt wird. Es ist schön, sagen zu können, dass Vorfahren kriegerische und mächtige Adlige waren. Aber nur wenn das wahr ist.

Andere Forscher beginnen mit der letzten Verzweigung. Der jüngste lebende oder letzte bekannte. Im Fall der Dürense Familie von Berg sind die Informationen leicht zu finden. Zumindest was die in den Niederlanden lebenden Familienangehörigen betrifft. Die Suche in den Niederlanden ist sehr einfach. Im Jahr 1811 wurde das Standesamt von Napoleon eingeführt. Bürger mussten sich mit Namen und Geburtsdatum bei ihrer Gemeinde anmelden. Von diesem Moment an ist jede Heirat, jeder Todesfall und jede neue Geburt aufgezeichnet. Diese Daten wurden nach dem Jahr 2000 digitalisiert, was die Informationssuche erleichtert. Der erste im Jahr 1811 registrierte Von Berg kam aus Deutschland. Da auch dort die Eintragung erst im Jahr 1811 erfolgte und nicht digitalisiert wurde, gestaltet sich die Suche nach Verwanten schwieriger. Die Informationen sind in Tauf- und Sterbeurkunden der örtlichen Kirchen zu finden. Aber diese wurden jedoch auch nie digitalisiert. Was mehr Suchzeit in Anspruch nimmt. Die Ergebnisse werden in den Ahnentafel-Daten im Menü angezeigt. Bemerkenswert ist, dass auch hier die Informationsbeschaffung um das 14. Jahrhundert zum Stillstand kam.

Was nun? Kann man die Stammbäume irgendwo zusammenführen? Gibt es Verbindungspunkte? Und sind sie zuverlässig? Ja und nein. Wie bereits erwähnt, hat sich im Laufe der Zeit auf Von Bergen ein Wald entwickelt. Und ja, sie führen alle zu Adolf I. Aber nein, denn wir wissen nicht, welcher Baum im Wald zu welchem ​​Von Berg gehört. Immerhin gibt es neue (Unter-)Häuser Von Berg zu finden. Das Füllen der Lücke zwischen 1350 und 1450 ist zu einer Sache fundierter Vermutungen. Annahmen basierend auf logischen Schlussfolgerungen und Ausschluss von Unwahrscheinlichkeiten. „Wenn das so ist, dann kann es das nicht sein.“ Hilfreich ist die Erkenntnis, dass alle Vorfahren aus der Gegend von Jülich und Düren stammen. Die in den Stammbäumen im Menü „bis 1400“ und „bis 1350“ angezeigten Daten sind das Ergebnis der „Vermutung“. Es sind weitere Untersuchungen erforderlich.

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Zunächst zur Tatsache, dass wir „Adel“ sind. Mit dem Eintreffen der Römer zu Beginn des ersten Jahrhundert entstehen Adelstitel, die erst mit dem Untergang des Deutschen Reiches 1918 abgeschafft werden. Die Ränge des deutschen Adels zu beschreiben ist fast unmöglich. Die Titel kommen und gehen, verschränken sich oder bekommen eine wechselnde Bedeutung. (Sie können sich nicht beherrschen und wollen es genau wissen? Gehen Sie zu https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel.). Nachfolgend eine kurze Übersicht.

Da ist zunächst der Hochadel. Familien, die über ein Territorium herrschten und meistens seinen Namen trugen. (Zu den bekanntesten und mächtigsten „Von Bergen“ zählten die Grafen und Herzöge von Berg, Jülich und Kleve. Diese Familien gaben ihre Titel und Macht vom Vater an den Sohn weiter. Darüber hinaus kennt man in Deutschland den sogenannten Niederadel oder Reichsadel. Entsprechende Titel wurden von Herzögen, Königen und Kaisern als Belohnung für erbrachte Leistungen verliehen. Oder an ihrer Stelle zu regieren, wenn das Reich zu groß wurde. Schließlich gab es noch den freien Adel oder Landadel. Diese Familien verwalteten traditionell bestehende Ländereien, die schon immer in ihrem Besitz gewesen waren oder von Angehörigen des Hoch- oder Niederadels als Lehen zur Verfügung gestellt waren. Unsere Familie gehörte, wie man sagt, dem Ministerialadel an. Die Adligen, die im Namen von Kaisern, Königen und Herzögen Ländereien verwalteten und offizielle Aufgaben wahrnahmen.

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Unsere Familie zählt zum Jülichen Uradel und hatte ihren Stammsitz in Dürffenthal bei Ülpenich. Mit Christian von Durffendale, mit dem auch die gesicherte Stammreihe beginnt, wurde das Geschlecht im Jahre 1357 erstmals urkundlich erwähnt. Die Bergen teilten bereits im Mittelalter in zwei eigenständige Stämme. Christians Erbe nannte sich Baldewin von Berge und sein Sohn hiess Daniel von Berg. Zwischen 1433 und 1439 war Daniel „Richter“ in Düren. Es waren seine Söhne, Baldwin und Dietrich die etwa 1430 zwei Familienzweige begründeten. Eine Linie nannte sich nach ihrem Stammhauss „Von Berg-Dürffenthal“, die andere „Von Berg-Blens“. Rabod war derjenige, der unseren Namen Von Berg weiterführte.

Um 1470 erscheint in Urkunden ein Nachkomme der Jülicher Familie von Berg: Johann von Berg. Welche familiäre Beziehung er zu Rabod hatte, ist nicht bekannt. Es ist jedoch klar, dass er ein Nachkomme oder Verwandter von ihm sein muss. In Wikipedia heißt es: Die Herren von Berg waren ein ritterliches Ministerialengeschlecht der Herzöge von Jülich und dienten ihnen an vielen hohen Höfen als Räte und Verwalter. Und das steht im Einklang mit den späteren Berufen und Positionen unserer Familie. Johann war verheiratet mit Catharina von Lövenich. Über beides ist so gut wie nichts bekannt.

Der Sohn dieses Johann war Freiherr Hermann von Bergh, geboren um 1530. In Urkunden und Dokumenten lässt sich über diese Person nur wenig finden. Wie in adligen Kreisen üblich, heirateten die Menschen andere in adligen Kreisen. Hermann war verheiratet mit Baronin Margarete von Breuer.

Ihr Sohn Johann von Bergh heiratete Margarete von Schoeller. Die Familie Von Schoeller war eine einflussreiche Familie und Gründer der bis heute bekannten Papier- und Stahlindustrie. Um 1600 wohnte er im Holztirmpt.

Peter von Bergh war ihr ältester Sohn. Er war Rentmeister auf dem Gut Nörvenich, einem Lehen des Herzogtums Jülich. Dort wird er auch Schöffe der mit der Rechtspflege in einem Lehen beauftragt ist. Im Jahr 1625 war Peter Bürgermeister von Düren. Er schloss sein Studium als Doktor der Medizin ab.

Mehr ist über seinen Sohn Johann Hermann von Bergh bekannt. Am 23. September 1637 wird er von Kaiser Ferdinand III. in den Reichsadelsstand erhoben und erhält den Titel Hofpfalzgraaf. Er war somit der direkte Vertreter des Kaisers im Jülicher Herrschaftsbereich. Der Titel ermächtigte ihn, Notare zu ernennen, Unehelichkeiten zu legitimieren, Wappen zu verleihen usw. Er war außerdem von allen Steuern und Zivilabgaben befreit. Er war auch Erbförster, und damit für die Verwaltung des Jagdreviers Jülich und die Erteilung der Jagderlaubnisse zuständig war. In den Jahren 1643, 1652 und 1661 war er Bürgermeister von Düren. Johann Hermann heiratete Catharina Kreps und bewohnte mit ihr das Haus „zum Stern“ am Markt in Düren. Nach dem Abschluss seines Studiums an der Universität Wien zog das Paar in das Haus Bergshof in Birgel.

Sein fünfter Sohn Franz Hermann übernahm den Bergshof mit den damit verbundenen Verpflichtungen als Erbförster. Es ist nicht bekannt, ob er auch den Titel Pfalzgraaf führen durfte. Aber angesichts des rasch wachsenden Bürgertums der Familie von Bergh ist das unwahrscheinlich.

Es war der Sohn Franz Arnhold, der Haus Bergshof verkaufte. Mit seine Familie zog er nach Düren. Damals war er mit Baronin Maria Magdalena Herckenrath verheiratet. Nur einmal zu heiraten fällt den Von Bergen offenbar sehr schwer. Er heiratete wie sein Großvater drei Frauen, mit denen er fünfzehn Kinder hatte. Franz Arnhold war Leutnant in der Stadt Zons.

Sein Sohn Carl Joseph wurde in Birgel geboren. Über ihn existiert ein bemerkenswertes kirchliches Dokument. Auszug aus dem Brief der Römischen Kurie: „Anna Margarethe Mertens ist die Nichte von Carl Joseph Berg durch seine Geschwister („ex fratre germano seu sorore germana“); aus fleischlicher Begierde schwängerte er seine Nichte und bittet nun um Dispens. Anna Margaretha hätte es getan Würde die Heirat nicht zugelassen, würden sie in Ungnade fallen und lebenslang unverheiratet bleiben; es bestünde auch die Gefahr, dass die beiden sich dem Protestantismus zuwenden würden, wenn ihre Heirat verweigert würde. Da sie sich jedoch dazu verpflichtet haben, katholisch zu bleiben, wird eine Ausnahmegenehmigung gewährt. Der Pfarrer müssen ihnen eine schwere Buße für ihre Sünde auferlegen; sie müssen schwören, dass sie die inzestuöse Sünde nicht begangen hätten, wenn sie im Voraus gewusst hätten, dass sie eine Ausnahmegenehmigung hätten beantragen können; sie dürfen niemand anderem bei Inzest usw. helfen. - Das Kind ist legitimiert.“

Sein Sohn Johann Mathias war der letzte Nachkomme des deutschen Zweigs unserer Familie. Er heiratete Anna Margaretha Mertens und sie zogen noch zu seinen Lebzeiten in die Niederlande.

Und hier endet auch die Geschichte unserer Familie. Bis heute liegen nur wenige Informationen vor, mit Ausnahme von Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden mit gelegentlichen beruflichen Angaben.

 

2024. April

Jef von Berg

 


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